Mittwoch, 18. November 2015

Yeah, I'm proud of who I am!

"Wir machen später Lasagne und Blaubeerkuchen. Magst du kommen?"
Nein.

Nein, mag ich nicht. Aber es liegt nicht am Essen. Also irgendwie schon. Aber theoretisch eigentlich nicht. Theoretisch sowie auch praktisch bin ich zu faul. Oder ist das dann nur praktisch? Und theoretisch doch das Essen? Man weiß es nicht.
Aus aktuellen Anlass möchte ich deswegen kurz darauf eingehen inwieweit man sein Ziel, seine Krankheit (hups böses Wort) mit einem (mit seinem) Sozialleben vereinbaren kann.
Was die Angst vor dem Essen unausweichlich mit sich bringt ist die Isolation. Ein Sozialleben wollen wir doch alle haben. Niemand kann mir weiß machen, dass es schön ist nur daheim zu sitzen, nicht zu lachen, sich nicht zu unterhalten, Freunde zu treffen, feiern zu gehen oder ins Kino oder sonst wohin. Wer sich isoliert, ausgrenzt, kann mit solchen potentiellen Essen-Gefahren nicht in Berührung kommen. Allein in seinem Zimmer, Wohnung, Haus etc. bestimmen wir, ob es etwas Essbares zu finden gibt und wann wir eventuell essen. Soziale Kontakte, ein soziales Leben beeinflusst das. Ich selbst fühle mich dadurch seit jeher extrem unter Druck gesetzt.

"Wollen wir dann noch was Essen?"
"Wir machen heute ja X und Y, wann wollt ihr denn essen?"
"Und wo?"
"Pizza oder Burger?"
"Soll ich Kuchen oder Kekse mitbringen?"
"Wie du willst Salat machen? Ich dachte wir machen Pizza?"
"Ich bring Chips mit!"
and so on.

Diese Sätze kennt jeder, diese Sätze sind ganz normal. Normal für normale Menschen. Manchmal setzten mich solche Sätze so sehr unter Druck, dass ich einfach im Zimmer sitzen bleibe. Aber das ist genau das Dümmste das ich machen kann.
Also hab ich mir überlegt, was ich sagen und machen kann, damit ich a) nicht mehr unter Druck gesetzt werde, b) nichts essen muss und es nicht auffällt und c) trotzdem Spaß haben kann.

Bei mir ist die einfachste Lösung meist, dass ich Vegetarier bin und jeder weiß, dass ich einen Fitness-Lifestyle lebe. Gibt es also Lasagne, Pizza, Burger oder Spaghetti Bolognese scheide ich von vornherein aus. Entweder löse ich es dann so, dass ich mir selbst etwas mitbringe womit ich mich anfreunden kann (Salat machen, Obst, Gemüse) oder ich koche mit den anderen aber meine eigenen Sachen. (Hab ich mal bei Pfannkuchen gemacht. Eigene Pfanne, eigenes cleanes Rezept. Die anderen ihr Zucker-Butter-Gemisch. Hat niemanden interessiert, hat super funktioniert.) Wenn ich nichts essen möchte sage ich, dass ich zuhause schon esse und meistens fragt dann auch keiner, oder wenn jemand fragt, hab ich mir vorher schon ausgedacht, was ich daheim gegessen hab, damit ich dann nicht erst lang überlegen muss.
Also entweder ihr kocht selbst, ihr bringt euch etwas mit oder ihr sagt, ihr habt schon gegessen.
Damit diese Fragen einen nicht weiter unter Druck setzten, sollte man sich bewusst damit auseinander setzen. Ich hab immer gereizt reagiert, hab mich wie der Hase in der Ecke gefühlt und einfach nicht gewusst, was ich sagen soll. Dabei ist es echt einfach: Tut so, als würdet ihr auch später was essen wollen und ich drauf freuen. "Ja klar, warum nicht?" ist leichter gesagt als "Hm, weiß nicht ,eigentlich will ich nichts essen weil ich unbedingt abnehmen muss blabla". Und dann sind die Freunde erst mal beruhigt und befriedigt und meistens wird das dann sowieso wieder vergessen oder wenn alle dann was Essen wollen, müsst ihr halt stark bleiben und sagen, "Ach, ne so großen Hunger hab ich jetzt doch nicht, aber ihr könnt gern was Essen" oder "Hm ne, ist mir eigentlich zu teuer, ich nehm nen Apfel etc." oder "Ich hab heute schon so viel gegessen (alles aufzählen) wenn ich jetzt noch mehr ess platz ich)  So schwer ist es eigentlich nicht. Wenn keiner von euren Gedanken weiß, wird sich auch keiner was denken.

Und der beste Tipp zum Schluss:

Sich einmal was zu gönnen, schadet auch niemandem. Von einer Pizza wird man nicht dick, genauso wie man von einem Salat nicht dünn wird. Man muss sich und seinen Körper nicht immer quälen, hassen und foltern. Die oben genannten Probleme betreffen uns wahrscheinlich nicht jeden Tag, deswegen ist es wirklich okay, auch mal etwas Ungesundes zu essen. Wer das gar nicht mit sich vereinbaren kann, der isst tagsüber oder am Tag danach halt weniger als sonst und dann hat sich das auch wieder ausgeglichen.


Und lasst euch nicht vom Verhalten anderer verunsichern. Ihr müsst keine fettigen Pommes essen, auch keine Sahnetorten. Auch nicht, wenn das alle anderen machen. Warum meint immer jeder, normal essen ist gleich ungesund essen? Und warum wird man doof angeschaut, wenn man sagt, man mag das nicht? Es bleibt doch jedem selbst überlassen, mit was man seinen Körper füttert! Wenn ihr das essen wollt, dann okay, aber macht es nicht, nur weil ihr meint dadurch normal zu sein.
Meistens wird man auch nur blöd angeredet, weil andere einen für seine Disziplin beneiden. So ging's mir letztens. Da war ich auch mit meinen Freundinnen unterwegs und wir sind in einer Bar gelandet in der sich drei von uns Pommes bestellten. Eine andere Freundin und ich wollten nichts essen, die andere Freundin hat aber dann doch ein paar Pommes probiert. Eine der Freundinnen, die Pommes bestellt hatten, redet selbst immer davon dass sie ja so fett ist und depressiv (sie ist echt richtig dünn) und die hat ihre Pommes gegessen und mich gefragt, warum ich keine mag (da haben wir wieder das böse Unter-Druck-setzen!) Ich hab darauf hin gesagt, dass mir Pommes nicht schmecken und ich eh einen Kaugummi im Mund hab. Und dann hat sie sich im selben Moment als sie eine neue Pommes in den Mund schob, darüber beschwert, wie ungesund sie isst und wie undiszipliniert sie ist und bla. Also echt. Mal im Ernst. Wenn du das ungesund und eklig findest, warum isst dus dann? Und so gings dann mit jeder Pommes weiter.

Best. Gif. Ever. CLICK ON THE PICTURE!

So viel dazu.

Bei mir lief es gestern gut. Ich hab ein Müsli aus Quark, Apfel und Banane gegessen, ein paar Trockenfrüchte, noch eine Banane und eine kleine karelische Pirogge (diese finnischen Mürbteigdinger mit Reisfüllung) die ich -vielleicht etwas übertrieben aber macht nichts- auf  150 kcal schätze.

Heute bin ich bislang bei einer Reiswaffel (30 kcal) und einer Banane (100 kcal). Es ist jetzt schon 18.22 Uhr bei mir und ich überleg seit zwei Stunden, ob ich noch was esse oder nicht. Eigentlich war heut geplant Nudeln mit Thunfisch zu essen, aber ich war gestern so glücklich, dass die Waage trotz 4 Liter Wasser und Tee und all dem Essen abends (!) noch 63,8 kg angezeigt hat obwohl ich mit 65kg gerechnet hab, da ich abends immer mindestens 2kg schwerer bin. Heute morgen waren es 63,3 kg. Vielleicht schaffe ich es in zwei Wochen auf 61,xx. Das wär echt mega toll.

xoxo
<3




2 Kommentare:

  1. Hey hey, danke für deinen Kommi :).
    Ne, also ich hab weder studiert, noch bin ich Sozialarbeiterin, ich bin Erzieherin.
    Wie man an solch eine Stelle ran kommt? Einfach bewerben xD
    Nein sry, alle Welt denkt, dass Erzieherinnen immer noch "Kindergärtner" wären, die Kaffeeklatsch halten und ausschließlich im Kindergarten arbeiten.
    Was niemand weiß: der Erzieher ist ein aufstrebender Beruf und bietet inzwischen nahezu unendlich viele Möglichkeiten. So werden beispielsweise immer mehr Erzieher eben in Schulen als Einzelfallbetreuung eingesetzt und das ist eben auch meine Aufgabe :)
    Jopp, kurz und knapp, ich hab über heute wieder berichtet.
    <3

    AntwortenLöschen
  2. Du hast ja so recht, was das Gesellschaftsessen angeht.
    Man sollte echt seinem eigenen Kopf behalten, auch wenn es manchmal nicht so leicht ist. Die anderen müssen ja nicht genauso essen. :)

    Hab' einen schönen Tag! Ich werde auch gleich mal nach neuen Blogs schauen, davon hast du ja einen Post weiter geschrieben.

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für deine Worte :-)